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Universität Kassel
Leuphana Universität Lüneburg
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Foto: Adelheid Rutenburges

Heterogenität der mathematischen Vorkenntnisse und Selbstwirksamkeitserwartungen von Studienanfänger/innen in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen

Ziele des Projektes 

Gegenstand des Projektes sind Selbstwirksamkeitserwartungen der Studienanfänger/innen in Bezug auf die eigenen mathematischen Kenntnisse und damit zusammenhängende Variablen wie Motivation, Interesse, Einstellung, Selbsteinschätzung, Lernstrategien und Arbeitsverhalten. Anhand von Eingangstests, Zwischentests und Fragebögen werden diese Variablen erfasst und auf ihren Zusammenhang zur Leistung und Leistungsentwicklung untersucht. Ausgehend von den gewonnenen Daten und Erkenntnissen werden zielgruppenspezifische Lehrinnovationen entwickelt, eingeführt, ausgewertet und verglichen.   

Bisherige Ergebnisse 

Multivariate Regressionsuntersuchungen zur Erklärung der Leistung zeigen dass sozio- und bildungsbiografische Variablen wie u. a. Geschlecht, Vorkursteilnahme, Schulabschluss, Abschlussnote und Schulnote in Mathematik etwa 38 Prozent der Varianz der Mathematikleistung zu Beginn des Semesters aufklären können. Motivationale Variablen wie u. a. Selbstwirksamkeit und Selbstkonzept klären etwa 28 Prozent der Varianz auf. Insgesamt können diese Informationen in einer gemeinsamen Regression fast 50 Prozent der Anfangsleistung aufklären. Als bedeutende Determinanten konnten u. a. der Schulabschluss, der Vorkursbesuch, die Schulnote in Mathematik, das Interesse an Mathematik  und die Selbstwirksamkeitserwartung festgestellt werden. Für die Mathematikleistung zur Mitte des Semesters ist die Leistung zu Beginn mit einer Aufklärung von rund 58 Prozent der wichtigste Prädiktor, aber auch u. a. der Schulabschluss, die Abschlussnote sowie die Regelmäßigkeit beim Lernverhalten erweisen sich als bedeutsam. Gemeinsam können sozio-, bildungsbiografische, motivationale sowie Variablen zum Lern- und Nutzungsverhalten rund 80 Prozent der Varianz der Leistung zur Mitte des Semesters aufklären.

Auf Basis der Daten zum Wintersemester 2011/12 wurde die Nutzung der fakultativen Angebote untersucht. Es konnten vier Nutzertypen klassifiziert und beschrieben werden, die große Ähnlichkeiten  zu den Lerntypen nach Creß und Friedrich (2000) aufweisen:

  • Die Selbst-Lerner gehen fast nie ins Tutorium und zeigen relativ hohe Anstrengung, Regelmäßigkeit, Persistenz. Sie haben hohes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und bilden die leistungsstärkste Gruppe. 
  • Die Traditionellen Lerner nutzen überwiegend die traditionellen Elemente der Veranstaltung in Form von Vorlesung, Tutorium und Übungsaufgaben.  
  • Die Alles-Nutzer nehmen alle Angebote wahr und weisen die höchste Anstrengung und Regelmäßigkeit auf. Es handelt sich überwiegend um Studierende, die die Klausur bereits erfolglos mitgeschrieben haben. 
  • Die Passiv-Nutzer gehen fast nur ins Tutorium und zeigen die mit Abstand geringste Anstrengung, Regelmäßigkeit und Persistenz. Sowohl zu Beginn als auch zur Mitte des Semesters erbringen sie die niedrigsten Leistungen bei geringstem Leistungszuwachs. Sie stellen eine Risikogruppe dar, die schwer zu erreichen ist. 

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass nicht nur die Studienvoraussetzungen, sondern auch das Lernverhalten mit der Nutzung der Veranstaltungselemente sehr heterogen sind.   

Weitere Planungen 

Die bereits untersuchten Zusammenhänge sollen in Form von Strukturgleichungsmodellen weiter analysiert werden. Außerdem steht die Analyse und somit auch die Replikation der Ergebnisse mit den Daten vom Wintersemester 2012/13 noch aus, da sich bisherige Analysen auf das Wintersemester 2011/12 beziehen. Des Weiteren stellt die Beobachtung des sich immer weiter wandelnden Lernverhaltens der Studierenden eine langfristige Aufgabe dar. 

Links zu verwandten Projekten:

MatheProWiwi

Mathematik-Propädeutik für Technik- und Wirtschaftswissenschaften

Projekt Zielgruppenspezifische Tutorien

Selbstwirksamkeitserwartung und Selbsteinschätzung bei Studienanfänger/innen 

Publikationen

Laging, A., & Voßkamp, R. (2013). Wen erreichen Lehr-Lern-Innovationen? Eine empirische Untersuchung zur Nutzung fakultativer Angebote im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Paper presented at the 2. khdm-Arbeitstagung: Mathematik im Übergang Schule/Hochschule und im ersten Studienjahr, Paderborn. 

Voßkamp, R., & Laging, A. (2014). Teilnahmeentscheidungen und Erfolg: Eine Fallstudie zu einem Vorkurs aus dem Bereich der Wirtschaftsmathematik. In I. Bausch, R. Biehler, R. Bruder, P. R. Fischer, R. Hochmuth, W. Koepf, S. Schreiber & T. Wassong (Eds.), Mathematische Vor- und Brückenkurse: Konzepte, Probleme und Perspektiven (pp. 67-83). Heidelberg: Springer.

Ansprechpartner

Apl. Prof. Dr. Rainer Voßkamp
Universität Kassel

Raum:        2108 (Wiso A)
Telefon:     +49 561 804-3036
Email:        vosskamp(at)uni-kassel(dot)de

Mitarbeiter/innen

Apl. Prof. Dr. Rainer Voßkamp
Angela Laging
Frédéric Blaeschke