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Universität Kassel
Leuphana Universität Lüneburg
Universität Paderborn
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Foto: Adelheid Rutenburges

Förderung von Lern- und Arbeitsstrategien im Fach Wirtschaftsmathematik

Ziele des Projektes: 

Viele Schwierigkeiten von Studienanfängern in Lehrveranstaltungen universitärer Mathematik lassen sich auf ungünstige methodische Arbeitsweisen der Studierenden zurückführen. In mathematischen Serviceveranstaltungen verstärkt sich der negative Effekt ungünstiger Arbeitsweisen zusätzlich aufgrund der hohen Teilnehmerzahlen und des heterogenen Vorwissens der Studienanfänger.

Deshalb wird in der Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Paderborn seit 2010 ein Methodenkonzept mit dem Namen „CAT“ (Checkliste, Ampel, Toolbox) angeboten, welches in die reguläre Lehrveranstaltung integriert wird. CAT besteht aus mehreren „Instrumenten“, welche die Studierenden bei verschiedenen Aspekten des Selbststudiums unterstützen. Eine Übersicht gibt folgende Graphik:

In dem im Titel genannten Forschungsprojekt „Förderung von Lern- und Arbeitsstrategien im Fach Wirtschaftsmathematik“ wird seit 2011 das Methodenkonzept CAT systematisch evaluiert mit dem Ziel, die Akzeptanz und die Wirksamkeit der durch CAT vermittelten Methoden zu erhöhen und dadurch die Studienergebnisse zu verbessern.

Bisherige Ergebnisse:

  1. Rückmeldungen von Studierenden und Klausurergebnisse eines Experimentaltutoriums aus dem WS 2011/12, in dem gezielt die Arbeit mit CAT gefördert wurde, zeigen, dass CAT ein gutes Potential zur Verbesserung der Studienergebnisse hat.
  2. Klausurergebnisse aus dem WS 2014/15 zeigen außerdem, dass bei den Studierenden mit mittleren Eingangsleistungen (gemessen an den Mathematiknoten im letzten Schuljahr) diejenigen, die CAT während des Semesters regelmäßig genutzt hatten, besser abschnitten.
  3. Die Akzeptanz der durch CAT vermittelten Methoden war zu Beginn des Projektes in 2011 unbefriedigend, wobei die Ablehnungsgründe bei den einzelnen Instrumenten differierten.
  4. Aus den Evaluationsergebnissen wurden Maßnahmen entwickelt, die zu einer Steigerung der Akzeptanz einiger Instrumente geführt hat, was die folgende Graphik illustriert:
  1. Besonders wesentlich war hierbei die Integration von CAT in alle Komponenten der Lehrveranstaltung, also insbesondere in den Übungsbetrieb (und die Kommunikation der zeitlichen Anforderungen an das Selbststudium).
  2. Es bleiben zwei große Probleme, die durch die Evaluation aufgedeckt wurden:
  • Die Studierenden arbeiten generell zu wenig. Im Hinblick auf CAT ist dies eine wesentliche Ursache für die Nichtverwendung der Konzeptbasis, obwohl mangelndes Begriffsverständnis immer eine wesentliche Ursache für das Scheitern beim Problemlösen ist.
  • Die Studierenden überschätzen sich selbst sehr stark und unterschätzen die Anforderungen der Klausur. 

Weitere Planung: 

Im Wintersemester 2016/17 wurde zusätzlich für Interessierte ein Konzeptbasis-Coaching durchgeführt mit dem Ziel, die Ablehnungsgründe „ungünstiges Aufwands-/Nutzensverhältnis“, „Schwierigkeiten bei der Anfertigung von Konzeptbasen“ und „befürchtete Einengung methodischer Freiheiten durch formale Vorgaben“ zu adressieren. Konkret waren die Ziele die folgenden:

  1. Vermittlung des Nutzens der Konzeptbasis als eine Art Prüfungsleitfaden mit verschiedenen relevanten Kategorien zu einem mathematischen Begriff, welche flexibel an die eigenen Bedürfnisse der Studierenden angepasst werden können
  2. Ermöglichung der Entscheidung über das Aufwands-/Nutzen Verhältnis der Konzeptbasis auf der Basis realer Erfahrungen und nicht auf der Basis von Vorurteilen
  3. Verringerung der Unsicherheit bei der Anfertigung von Konzeptbasen in der Anfangsphase und Vermittlung einer gewissen Routine für eine effiziente Anfertigung

Der konkrete Ablauf des Projekts ist in der folgenden Graphik dargestellt:

Zur Evaluation des Konzeptbasis-Coachings sollen Fragebögen und die Klausurergebnisse herangezogen werden. 

Publikationen

Dietz, H.M. (2012a): Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler. Das ECOMath-Handbuch. Springer Gabler 2012.

Dietz, H.M. & Rohde, J. (2012b): Studienmethodische Unterstützung für Erstsemester im Mathematikservice.  Beiträge zum Mathematikunterricht 2012

Dietz, H.M. & Rohde, J. (2012c): Adventures in Reading Maths. In: Philosophy, Mathematics, Linguistics: Aspects of Interaction. In Proceedings of the 2012 PhML Conference, Steklov Inst. of Math. and Euler Mathematical Institute, St. Petersburg, 61-68

Dietz, H.M. (2013): Mathematik für Nichtmathematiker – diagrammatische Aspekte. Beiträge zum Mathematikunterricht 2013.

Dietz, H. M. (2015): Semiotics in “Reading Maths”. In Kadunz, G (Hrsg.): Semiotische Perspektiven auf das Lernen von Mathematik (pp. 185-203). Springer Berlin Heidelberg.

Dietz, H. M. (2016). CAT–ein Modell für lehrintegrierte methodische Unterstützung von Studienanfängern. In A. Hoppenbrock, R. Biehler, R. Hochmuth, H.-G. Rück (Hrsg.): Lehren und Lernen von Mathematik in der Studieneingangsphase (S.131-147). Springer-Verlag. Wiesbaden.

Feudel (2015): Studienmethodische Förderung in der Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler – Chancen und Schwierigkeiten. Beiträge zum Mathematikunterricht 2015.

Feudel (2017): Erfolgsbedingungen für die methodische Unterstützung von Studienanfängern in mathematischen Serviceveranstaltungen. Beiträge zum Mathematikunterricht 2017.

Feudel, F. & Dietz H. M. (2017): Teaching study skills in mathematics service courses – How to cope with students’ refusal? Teaching Mathematics and its Applications. (eingereicht)

Ansprechpartner

Prof. Hans M. Dietz
Universität Paderborn

Raum:       D3.247
Telefon:    (+49) 5251 - 60-2652
E-Mail:        dietz(at)upb(dot)de

Frank Feudel
Universität Paderborn 

Büro:       J2.308
Telefon:  (+49) 5251 - 60-1842
E-Mail:     feudel(at)khdm(dot)de

Wissenschaftler/innen

Prof. Dr. Hans M. Dietz
Frank Feudel