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Leibniz Universität Hannover
Universität Kassel
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Foto: Adelheid Rutenburges

Teilnahmeentscheidung und Klausurerfolg. Eine kausale Analyse der Wirkung fakultativer Tutorien auf den Klausurerfolg im wirtschaftswissenschaftlichen Grundstudium

Stefan Büchele, Universität Kassel
Betreuer: Apl. Prof. Dr. Rainer Voßkamp

Kurzbeschreibung des Promotionsvorhabens

Tutorien sind mittlerweile ein fester Bestandteil des wirtschaftswissenschaftlichen Grundstudiums. Studierende sollen hier die Vorlesungsinhalte durch Übungsaufgaben anwenden und vertiefen. Der potenzielle Erfolg eines Tutoriums ist jedoch stark abhängig von den teilnehmenden Studierenden. Den positiven Aspekten steht gegenüber, dass Studierende sich auf Tutorien erfahrungsgemäß schlecht vorbereiten und in den Tutorien schlecht mitarbeiten, sodass Diskussionen und zentrale Fragen ausbleiben. Tutorien leiden auch unter hoher Fluktuation und schwankender Anwesenheit, die weit über gerechtfertigtes Fehlen (Krankheit, wichtige persönliche Gründe, …) hinausgeht.

Es stellt sich die Frage, was Tutorien quantitativ leisten (können) und ob sich die Teilnahme an Tutorien für Studierende in Form von niedrigeren Durchfallquoten oder besseren Klausur- und Studienleistungen rentiert. Vorhandene Forschungen zeigen zwar positive Zusammenhänge von Tutorien und Klausurerfolg, sind aber nicht in der Lage diese auch kausal zu interpretieren. Das Forschungsprojekt versucht diese Lücke zu schließen. Dazu sollen im Projektverlauf die folgenden Fragen beantwortet werden:

  • Welche Determinanten bestimmen die Teilnahme an Tutorien?
  • Welche Determinanten bestimmen den Klausurerfolg?
  • Welche Determinanten sind sowohl für die Teilnahme an Tutorien als auch für den Klausurerfolg verantwortlich?
  • Welchen Einfluss hat die Teilnahme an Tutorien auf den Klausurerfolg?
  • Neben diesem Schwerpunkt der empirischen Bildungsforschung soll, abhängig der Ergebnisse und noch nicht eindeutigen Datenlagen, weitere Fragen aus den folgenden Bereichen beantwortet werden:
  • Bildungsökonomik: Mit Hilfe des Zusammenhangs von Tutoriumseffekt und Klausurergebnis lässt sich eine Kosten- / Nutzenanalyse durchführen. Sind Tutorien aus ökonomischer Sicht sinnvoll?
  • Hochschuldidaktische Fragestellungen: Schaffen es Tutorien, die Heterogenität unter den Studierenden abzubauen? Gibt es Unterschiede durch verschiedene Formen von (Frontal- vs. unterstützende) Tutorien?


Stand der Promotion

Zum Ende des Wintersemesters 2016/17 wurde erfolgreich eine erste Datenerhebung (mittels Fragbogen) in der Vorlesung „Mathematik I für Wirtschaftswissenschaften“ durchgeführt. Diese Datenerhebung war als Testdurchlauf geplant und hat ihren Zweck erfüllt. Zudem wurden schon erste Auswertungen durchgeführt.

Im Verlauf des Sommersemesters 2017 erfolgt die Haupterhebung in drei verschiedenen Kursen des wirtschaftswissenschaftlichen Grundstudiums.


Verwendete Forschungsmethoden

Als theoretische Grundlage werden bildungsökonomische Ansätze herangezogen. Hier spielt vor allem das Verständnis der Bildungsproduktionsfunktion eine vorrangige Rolle. Es wird davon ausgegangen, dass die abhängige Variable (Klausurergebnis/Bildungsoutput) sich aus eine Vielzahl unabhängiger Variablen (Bildungsvariablen/Bildungsinput) zusammensetzt.

Das Projekt selbst folgt einem Ex-Post-Facto Design, welches es unumgänglich macht, auf einen Fragebogen und zahlreiche quantitative Methoden zurückzugreifen. Neben den Befragungen und damit verbundenen testtheoretischen Grundlagen, werden verschiedene Stichprobentests, und zur Schätzung der Bildungsproduktionsfunktion vor allem multiple Regressionsanalysen, und logistische Regressionsanalysen verwendet. Um die Ergebnisse kausal interpretieren zu können, kommen auch Methoden zur Sicherstellung kausaler Inferenz (Propensity Score Matching) zum Einsatz.

Ansprechpartner

Stefan Büchele
Universität Kassel

Büro:      Raum 2106,
                 Nora-Platiel-Straße 4, 34127 Kassel    
Telefon:  +49 561 804-3035
E-Mail:    buechele(at)uni-kassel(dot)de