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Leibniz Universität Hannover
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Foto: Adelheid Rutenburges

SISMa - Selbstkonzept und Interesse in der Studieneingangsphase Mathematik

Im Projekt SISMa werden die zentralen motivationalen Merkmale „fachbezogenes Selbstkonzept“ und „fachbezogenes Interesse“ fokussiert. Aus theoretischen Überlegungen besitzen beide Merkmale eine große Bedeutung für erfolgreiche Lernprozesse, jedoch gibt es bisher wenig empirische Evidenz für eine positive Beeinflussung mathematischer Lernprozesse.

Aufbauend auf Arbeiten insbesondere aus dem Bereich der pädagogisch-psychologischen Forschung und der Mathematikdidaktik werden die Konzepte Interesse und Selbstkonzept auf mathematische Lernprozesse an der Hochschule bezogen. Konsens ist, dass beide Merkmale eine besondere Beziehung zwischen Person und Gegenstand beschreiben. Studienanfängerinnen und Studienanfänger sind spätestens seit Schulbeginn in einem mathematischen Lernprozess involviert und haben sicherlich in verschiedenen Ausprägungen Interesse an Mathematik und mathematikbezogenes Selbstkonzept ausgebildet, jedoch unterscheidet sich die „Schulmathematik“ in wesentlichen Aspekten von der „akademischen Mathematik“. Aus diesem Grund werden in diesem Projekt die beiden Konstrukte konzeptuell und methodisch stärker in Bezug auf Facetten des Lerngegenstands ausdifferenziert: zum Ersten an der Schulmathematik (anwendungsorientiert mit einer starken Schemaorientierung) und zum Zweiten an der akademischer Mathematik (formal mit einem Schwerpunkt auf dem Beweisen). Zudem werden verschiedene Fragebogenskalen entwickelt, die sich in ihrer Situiertheit unterscheiden.

Über 300 Studierende (Fachbachelor- und gymnasiales Lehramt im ersten Semester) wurden zu Studienbeginn und nach sechs Wochen mit den neu entwickelten Skalen zu ihren Interessenslagen und Selbstkonzepten befragt. Zudem wurden kognitive Lernvoraussetzungen und Indikatoren für den individuellen Studienerfolg (Studienzufriedenheit und Kompetenzerwerb) erhoben. Die Güte der neu entwickelten Fragebogenskalen kann mit Hilfe von explorativen und konfirmatorischen Faktorenanalysen und Zusammenhangsanalysen untermauert werden (Rach, Kosiol & Ufer, im Druck).

Die Ergebnisse zum Bereich des Interesses sind erwartungskonform. Beispielsweise sind Lehramtsstudierende stärker an Schulmathematik interessiert als Fachbachelorstudierende, während für das Interesse an akademischer Mathematik genau die umgekehrten Unterschiede zu berichten sind (Ufer, Rach & Kosiol, 2016). Die Studienzufriedenheit nach sechs Semesterwochen wird durch die Interessensfacetten mitbestimmt: allgemeines Interesse an Mathematik (positiv), Interesse an akademischer Mathematik (positiv) und Interesse an Schulmathematik (negativ).

Die Ergebnisse der empirischen Studie geben Hinweise, dass die Spezifizierung des Lerngegenstandes bei der Erhebung mathematischen Interesses und Selbstkonzepts in der Studieneingangsphase zusätzliche Informationen liefert. Insgesamt soll in diesem Projekt im ersten Schritt ein Beitrag zur Beantwortung der Frage geleistet werden, welche Voraussetzungen ein erfolgreiches Studium ermöglichen. Aufbauend auf diesen Ergebnissen könnten dann im zweiten Schritt Möglichkeiten erprobt werden, um Studierende bei der Studienwahl erfolgreich zu unterstützen.

Publikationen

Ufer, S., Rach, S. & Kosiol, T. (online first). Interest in mathematics = Interest in mathematics? What general measures of interest reflect when the object of interest changes. ZDM. doi:10.1007/s11858-016-0828-2.

Rach, S., Kosiol, T. & Ufer, S. (im Druck). Interest and self-concept concerning two characters of mathematics: All the same, or different effects? Proceedings of the khdm Conference 2015 “Didactics of Mathematics in Higher Education as a Scientific Discipline”

Ansprechpartner

Jun. Prof. Dr. Stefanie Rach
Universität Paderborn

Büro:  J2.244 
Telefon:  +49 5251 60-1840
E-Mail:  rach(at)math.upb(dot)de

Externe Partner

Prof. Dr. Stefan Ufer
LMU München

Raum: B209
Telefon: +49 (0) 89 2180 4632 
E-mail: ufer(at)math.lmu(dot)de


Timo Kosiol
Asam-Gymnasium München