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Foto: Adelheid Rutenburges

Einstellungen von Lehramtsstudierenden (Gym) zur fachmathematischen universitären Ausbildung

Silvia Becher, Universität Paderborn
Betreuer: Prof. Dr. Rolf Biehler

Kurzbeschreibung des Promotionsvorhabens

Das Forschungsvorhaben befasst sich mit den Einstellungen von Lehramtsstudierenden (Gym) zur ihrer fachmathematischen universitären Ausbildung. In dem Projekt soll unter anderem herausgefunden werden, welche subjektiven Relevanzkriterien für fachmathematische Inhalte und deren Anwendung die Studierenden ansetzten. Ziel der Arbeit ist neben einer Typenbildung auch die Zusammenhänge verschiedener Merkmale zu erfassen und damit ein Stück Theoriebildung zu leisten. In einem ersten Teil wurden in Anlehnung an die Grounded Theory narrative Aufsätze ausgewertet. Darauf aufbauend wurde ein teilstandardisiertes Leitfadeninterview entwickelt und durchgeführt. Die Auswertung der Interviews erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse.

 

 

Projektbeschreibung

Das Forschungsvorhaben befasst sich mit den Einstellungen von Lehramtsstudierenden (Gym) zu ihrer fachmathematischen universitären Ausbildung. Vereinzelte Studien in diesem Bereich zeigen die Problemlage auf. So kam eine Befragung von Referendaren im Jahr 1999 zu folgender Bilanz:

„Eine deutliche Mehrheit hält die fachwissenschaftlichen Anforderungen im Studium für zu hoch und für zu schwach verbunden mit dem Berufsziel. Viele verlassen die Universität mit (nach eigener Wahrnehmung) unzureichender mathematischer Kompetenz und mit geringem Selbstvertrauen.“ (Beutelspacher et. al. 2011, S. 5)

Auch nehmen Lehramtsstudierende im Vergleich zu Diplomstudierenden das Studium weniger als eine vielseitige Lernerfahrung wahr (vgl. Pieper-Seier 2002, S. 397).  Um diese unbefriedigende Lage genauer zu verstehen, möchte ich mit meiner Dissertation die Einstellungen zur fachmathematischen Ausbildung beschreiben und Beziehungen zwischen verschiedenen Merkmalen der Studierenden aufzeigen, die diese Einstellungen beeinflussen.

Um einen ersten Einblick zu bekommen, wurde im WS 13/14 in der Veranstaltung „Didaktik der Sekundarstufe II (Teil 1)“ in Anlehnung an Törner (1999) die folgende ausdifferenzierte Aufgabenstellung als Übungsaufgabe gestellt:

  1. „Schreiben Sie einen kurzen Aufsatz (ca. 4–5 Seiten) über Ihre Beziehung zur Analysis. Gliedern Sie Ihren Aufsatz mit den folgenden fünf Punkten: Wie war mein Analysisunterricht in der Schule? Beschreiben Sie auch ihre Einstellungen und Emotionen.
  2. Wie haben sich durch die Analysis-Vorlesung an der Universität meine Einstellung, mein Wissen (zum Beispiel über bestimmte Begriffe), meine Emotionen zur Analysis verändert?
  3. Worin sehen Sie den Nutzen der Analysisvorlesung für Ihren späteren Beruf als Lehrer?
  4. Welche neuen Impulse nehme ich aus den von mir bisher erlebten universitären Analysisveranstaltungen für meinen eigenen Unterricht mit?
  5. Was würde ich in meinem eigenen Analysisunterricht im Vergleich zu meinem erlebten Unterricht anders machen?“


Des weiteren wurden im WS 13/14 zwei Fokusgruppen mit Lehramtsstudierenden, die gerade an der Analysis 1 Vorlesung teilnahmen, durchgeführt. Auch hier sollten die Studierenden über ihre Einstellung zur fachmathematischen Ausbildung berichten. Als stummer Impuls wurden drei Zitate mit unterschiedlichen Ansichten zur fachlichen Lehrerausbildung vorgelegt.

Die erhobenen Daten wurden in Anlehnung an die Grounded Theory nach Strauss und Corbin (1996) ausgewertet. Darauf aufbauend wurde im Sommersemester 2015 ein teilstandardisiertes Leitfadeninterview entwickelt (vgl. Merton & Kendall 1979 und Hopf 2004) und durchgeführt. Die Interviews geben die Möglichkeit an einigen Stellen genauer nachzufragen und dadurch einen tieferen Einblick in die Zusammenhänge der verschiedenen Merkmale zu bekommen. Die Auswertung der Interviews erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse (Kuckartz 2012), die neben der Analyse der verschiedenen Einstellungen der Studierenden auch eine Typenbildung zum Ziel hat.

Literatur

Beutelspacher, A., Danckwerts, R., Nickel, G., Spies, S., & Wickel, G. (2011). Mathematik neu denken. Impulse für die Gymnasiallehrerbildung an Universitäten. Wiesbaden: Vieweg+Teubner.

Hopf, C. (2004). Qualitative Interviews – ein Überblick. In U. Flick, E. v. Kardoff, & I. Steinke (Eds.), Qualitative Forschung. Ein Handbuch (pp. 349–361). Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt.

Kuckartz, U. (2012). Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Computerunterstützung.  Weinheim, Basel: Beltz.

Merton, Robert K., Kendall, Patricia L. (1979). Das fokussierte Interview. In Christel Hopf ; Elmar Weingarten (Hrsg.), Qualitative Sozialforschung (pp. 171–204). Stuttgart: Klett-Cotta.

Pieper-Seier, I. (2002). Lehramtsstudierende und ihr Verhältnis zur Mathematik. In W. Peschek (Hrsg.), Beiträge zum Mathematikunterricht 2002 (pp. 395–398). Hildesheim: Franzbecker.

Strauss, A. L., Corbin, J. (1996). Grounded Theory: Grundlagen Qualitativer Sozialforschung. Weinheim: Beltz, PsychologieVerlagsUnion.

Törner, G. (1999). Analyse von narrativen Elementen und der Zusammenhang mit Vorstellungen über den Analysisunterricht. In Neubrand, M. (Hrsg.), Beiträge zum Mathematikunterricht 1999 (pp. 543–546). Hildesheim: Franzbecker.

Publikationen

Becher S., Biehler R. (2016). Beliefs on benefits from learning higher mathematics at university for future secondary school teacher. In Göller, R., Biehler, R., Hochmuth, R., Rück, H.-G. (Eds.). Didactics of Mathematics in Higher Education as a Scientific Discipline – Conference Proceedings. Kassel: KUP (S. 256–259).

Becher, S.; Biehler, R. (2015). Welche Kriterien legen Lehramtsstudierende (Gym) bei der Bewertung fachmathematischer Veranstaltungen zu Grunde?. In F. Caluori, H. Linneweber-Lammerskitten & C. Streit (Hrsg.), Beiträge zum Mathematikunterricht 2015. Münster: WTM-Verlag, S. 116–119. [LINK]


Becher, S. (2014). Einstellungen von Lehramtsstudierenden (Gym) zur fachmathematischen und (fachdidaktischen) universitären Ausbildung. In: Roth, J., Ames, J. (Hrsg.): Beiträge zum Mathematikunterricht 2014. Münster: WTM-Verlag, S. 141–144. [LINK]

Ansprechpartner

Silvia Becher
Universität Paderborn

Büro:          J2.210
Telefon:     +49 5251 60-2653
E-Mail:       silvia.becher[at]math.upb.de